Neues von mir :)

Blanka, 22. August 2011

Hallo an alle begeisterten Wildblog-Leser/innen,

da ich in den letzten Tagen mal an meinem Projekt-Essay gearbeitet habe und mich auch ein wenig schuldig fühle den Wildblog nicht regelmäßig mit neuem Futter zu versorgen, habe ich mir jetzt wieder mal die Zeit genommen um ein wenig von meinen Projektergebnissen zu berichten. Ich möchte keinen langen Schreibvortrag halten, sondern ein paar Punkte mitteilen, die mich am meisten fasziniert haben. Vielen Dank muss ich vor allem Kai und David aussprechen, da ich viele dieser Informationen in Gesprächen mit Ihnen erhalten habe.

Faszinierend: 1. Vergleicht man die Biomasse eines Hektar Waldes von entweder Kanada, Amazonas oder Deutschland so ergibt sich folgende verblüffende Gegebenheit: Kanada: bis zu 15.000 Tonnen Biomasse, Amazonas 1000-2000 Tonnen und Deutschland “mickrige” (nichts gegen Deutschlands Wälder:)) 600-800 Tonnen. Und ich dachte immer der tropische Regenwald sei am fruchtbarsten und “gehaltvollsten”.

2. der Rabe ist ein unglaublicher Vogel. Ich stand mit Hugo im Wald und wir hörten oftmals sehr seltsame Vogelrufe. ich kann sie leider kaum beschreiben, aber ich hatte so etwas vorher noch nie gehört. Wir rätselten und rätselten bis Hugo schließlich eines Tages die Entdeckung machte, dass genau auf dem Ast, von wo dieses seltsame Geräusch kam, ein… RABE saß. Anschließende Nachfragen bei den Eingeborenen bestätigten diese Vermutung. Surprise surprise…

3. Es könnte eine neue Erklärung für das gigantische Wachstum der Bäume in den Old-Growth Forests geben: logische Erklärung: der humusreiche Boden. Doch wie kommt es zu dieser metertiefen Schicht. Eine mögliche Erklärung gab uns Kai: Die sogenannten Flechten, zu nennen wären Blattflechte und Bartflechte, die eine Symbiose zwischen Pilz, Alge und Bakterie sind. Diese “heften” an den Ästen der Bäume. Die Alge produziert mittels Fotosynthese Zucker, den der Pilz zum Wachstum braucht (gleichzeitig wird so auch der Lebensraum der Alge vergrößert). Die Bakterien wiederum nutzen den LUFTSTICKSTOFF und wandeln diesen so um, dass er für den Pilz verwertbar wird. Was daran so besonders ist? Klar, ca. 70% der Luft bestehen aus Stickstoff, aber die wenigsten Organismen können ihn direkt nutzen. Stirbt der Ast dann ab oder durchfegt den Wald ein Sturm und der Ast samt Flechte landet auf dem Boden, so können die ganzen angesammelten Nährstoffe in den Boden übergehen!

Toll, oder?! Hoffe, es war etwas Interessantes für jeden mit dabei.

Liebe Grüße an alle
Blanka


Comments

Finn, 29. August 14:25 Uhr

Toller Blog, sehr informativ und schoen gemacht.

Jakob Winter, 31. August 22:41 Uhr

Hey Blanka
Schöner Beitrag! Spannende Sache, das mit den Bartflechten! In Norwegen wachsen davon auch jede Menge, vor allen Dingen auf Kiefern. Interessanterweise waren jedoch dort alle (zum teil ganze Waldareale!) Bäume mit Bartwuchs tot. Gab es das bei euch auch an einigen Stellen?

viele Grüße,

Jakob

Missy, 6. Oktober 01:51 Uhr

I much prefer informative aritlces like this to that high brow literature.

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