Von Geisterblumen und Zivilisation

WIAdmin, 5. November 2016

Freitag, 16.09.2016

Kai und Thomas schauen mich ungläubig an, auch Ronny will es nicht glauben. Die Begegnung mit dem Grizzly in der Nacht erscheint ihnen als ein Hirngespinst meinerseits. Doch ich nehme die drei mit und zeige ihnen die Stelle, an der der Grizzly stand. Große tiefe Fußspuren sind zu sehen und somit habe ich auch die drei überzeugt, dass es kein Hirngespinst durch zu viel schöne Natur war.

Wir bauen das Camp ab, beladen das Boot und noch ein kleines Schlauchboot, und lassen uns den Fluss runtertreiben. Ein letzter Blick auf das Land der Grizzlies, ein letzter Abschiedsmoment von dem Ort, an dem wir die letzten vier Tage gemeinsam mit Grizzlies und Riesenhirschen, mit Wölfen und Adlern gelebt haben, im Einklang mit der Natur.

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Vorbei am Land der Wapitis kommen wir zum Land der Geisterblumen und somit zum DIAMIR-Wald. Thomas und Domi warten schon die ganzen letzten Tage gespannt auf diesen Moment, wo sie zum ersten Mal das sehen können, was sie mit DIAMIR Erlebnisreisen eigentlich schützen. Wir landen an und machen die Boote fest. David geht voran und wir folgen ihm. Rechts herum gehen wir auf dem Tierpfad Richtung DIAMIR-Wald. Überall liegen tote Lachse, der Pfad ist aktiv. Vorbei an gigantisch großen Bäumen und riesigen Moosen kommen wir endlich an. Thomas und Domi sind überwältigt. Sie fassen die meterlangen Moose an, die von den Riesenlebensbäumen hängen, begutachten die Farne und staunen über die Schönheit und Größe des Waldes. Wir machen Bilder, umarmen Bäume und genießen die Zeit in diesem einzigartigen DIAMIR-Wald.

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Als wir das Land der Geisterblumen hinter uns lassen fängt es an zu regnen. Ich mache meine Jacke zu, vermummel mich und fange an zu genießen. Denn was sich jetzt auf dem Fluss abspielt, kann man kaum in Worte fassen: dichte Nebelschwaden legen sich knapp über den Fluss und in die Schluchten der Berge. Nur das leise Eintauchen der Paddel in den Tobafluss ist zu hören. Und als das noch nicht alles genug ist, bereitet uns ein riesiger Schwarzbär an einer letzten Sandbank die Ehre. Er steht ganz ruhig da und schaut uns zu, wie wir an ihm vorbeitreiben. Mit seinem schwarzen Fell und seinem sehr gut genährten Körper ist er der dickste Bär, den ich jemals gesehen habe.

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Langsam treiben wir in den Fjord hinaus. Harvey kommt und nimmt uns in Empfang, das gleiche Prozedere wie vor vier Tagen: Anlegen, Motor abmontieren, Gepäck aufladen und es geht zurück nach Campbell River. Das Wetter ist schlecht, doch unsere Laune ist sehr gut. Müde und erschöpft, aber überglücklich kommen wir in Campbell River an und lassen den Abend in einer Bar ausklingen – wir haben es geschafft!

 

 

 

 


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