Es wird früher dunkel, als gedacht..

WIAdmin, 30. Oktober 2016

Dienstag, 13.09.2016

 

Um 05.30 Uhr klingelt mich der Wecker aus meinem Bett – es geht los! Gemeinsam mit David fahren wir zum Hafen und machen das Motorboot klar und beladen das Boot von Harvey, der uns bis ins Toba Inlet fährt, bevor danach das restliche Expeditionsteam nachkommt. Wir starten von Campbell River aus pünktlich in Richtung Toba Inlet quer durch die Hecate Strait. Harvey, unser Fahrer, ist ehemaliger Tauchführer und bringt uns bis an die Mundöffnung des Tobas. Wir bauen unseren Jetmotor an das Expeditionsboot an und fahren ins Tobatal rein. Schon auf der ersten Sandbank genau das, wonach wir gesucht haben: tote Lachse und Unmengen Spuren von Bären, Adlern und Wölfen. Bei einigen Expeditionsteilnehmern macht sich ein deutlicher Respekt vor den Tieren breit, denn vorher hat man nur davon geredet, aber jetzt stehen wir tatsächlich vor einer Grizzlyspur, die wir uns in unseren kühnsten Träumen nie so groß vorgestellt hätten. Alle werden vorsichtiger in ihren Bewegungen und Handlungen, die Natur wird von uns nun viel genauer wahrgenommen und beobachtet. Jetzt im Spätsommer und Herbst ziehen Millionen von Lachse die Flüsse hinauf um zu laichen. Danach sterben sie direkt. Die letzten Tage ihres Lebens ernähren sie sich auch nur noch von ihrem eigenen Körperfett, so dass sie sich selbst von innen aufessen und somit sehr eklig aussehen.

Doch auf einmal müssen wir unsere Pläne ändern: Es wird früher dunkel als gedacht und wir schaffen es nur die halbe Strecke den Fluss hinauf bis zu unseren Landstücken. Kurz bevor wir auf der Sandbank anlanden entdeckt Thomas die erste Bärenmutter mit zwei Kindern. Wir sind da, und die Bären sind auch da. Jedoch verkrümeln sie sich schnell wieder in den Wald.

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Auf einer der schönsten Sandbänke im Tobatal machen wir also Rast für die Nacht. Während wir die letzte Tour Gepäck und Expeditionsmitglieder den Fluss hochholen, lernen Ronny und Thomas auf der Sandbank eine andere Bärenmutter mit ihrem Kind kennen, die aber lieber auf Abstand bleiben. Es ist ein gegenseitiges Beschnüffeln, denn die Bären haben noch nie Menschen gesehen.

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Wir schlagen unser Camp auf, installieren zur Sicherheit den Elektrozaun, machen Abendbrot auf dem Feuer und genießen die erste Nacht in kompletter Ruhe, in Abstand zu allem menschlichem, in der Wildnis.

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