Von Farnen und Beeren

WIAdmin, 11. Oktober 2016

Hallo!

Bereits vor der eigentlichen Bewerbung als Umweltbotschafter wusste ich: mein Projekt soll unbedingt etwas mit Pflanzen zu tun haben, wenn ich denn genommen würde! Bei den ersten Vorbereitungswochenenden kristallisierte sich dann immer mehr heraus, dass Clara und ich uns das Projekt teilen würden. Sie übernahm die Heilpflanzen und ich die essbaren Pflanzen. Also trugen wir aus Büchern so viel Wissen wie möglich über unser Thema zusammen, überlegten uns, was wir erreichen wollten und begannen aufzuschreiben, was demnach alles getan werden musste: Ronny, der Fotograf, sollte während der Reise Pflanzen fotografieren, Brigitte übernahm größtenteils das Herbar für uns. Wir sind gerade dabei, die vielen, vielen Steckbriefe für die Pflanzen zusammenzutragen.

In Kanada durften wir Tina (eine herzensgute First Nation) bei kleinen Streifzügen auf Vancouver Island begleiten und es war extrem spannend, für was man Pflanzen alles einsetzen kann. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass Tina das mit uns geteilt hat. Ich habe stets versucht, so viel wie möglich in mich aufzusaugen und mir zu merken.

Außerdem haben wir Emilia bei der Waldinventur geholfen, also Listen der gefundenen Pflanzen in einem bestimmten Gebiet aufgeschrieben. Und jedes Mal, wenn eine neue Pflanze entdeckt wurde, also ständig, freute ich mich und war teilweise wirklich erstaunt, was es für seltsame und außergewöhnliche Formen und Farben gab. Das Umhersuchen, Überallhinschauen, Entdecker und Forscher sein, hat wirklich großen Spaß gemacht und ich war jedes Mal ungemein stolz, wenn ich mich durch das riesige Bestimmungsbuch gekämpft und die Pflanze erkannt hatte! Nach wenigen Tagen beherrschte ich jegliche Farnarten im Schlaf und es ist schlicht ein tolles Gefühl, über etwas Bescheid zu wissen, was man vor wenigen Wochen noch nie gesehen hat. Und durch das Merken einiger lateinischer Namen hat man sich einfach nur schlau gefühlt. Andererseits gab es da noch die Moose… es war nahezu zum Verzweifeln, dort das richtige herauszufinden.

Mein größtes Projekt waren allerdings die Natural Food Days. Nun kam das Wissen, was ich gesammelt hatte, zum Einsatz. Zwei Tage lang ernährte ich mich nur von der Natur. Beeren gab es leider noch kaum welche, dafür umso mehr Brennnesseln und Farnspitzen. Dadurch konnten mir auch die vor der Reise angefertigten Listen nicht weiterhelfen, da ich fast nur verschiedene Beerenarten aufgeschrieben hatte. Zum Glück habe ich einen Fisch gefangen! Jeder Schritt wurde dokumentiert. Wenn ich die einzige, findbare Beere essen wollte und mein Magen zu knurren begann, jedoch für den Dokumenationsfilm immer und immer wieder gedreht werden musste – hier noch ein Foto, dann aus dieser Perspektive – war das teilweise ein wenig anstrengend. Abgesehen davon fand ich es aber super, über die Sandbank zu laufen, essbare Pflanzen vor der Kamera zu erklären und zu kosten!

Ich hoffe der Film bringt auch weniger wissenschaftlich Begeisterten den Regenwald näher und vielleicht zum Lachen oder Nachdenken. Fakt ist: von der Natur leben funktioniert und ist einfach enorm bereichernd und eine unvergessliche Erfahrung!

Dabei war für mich auch sehr wichtig, für aus der Natur genommenes, etwas zurück zu lassen, wie Tabak, Zucker und vor allem Haare. Ich weiß nicht, wie oft ich mir welche abgeschnitten habe.

– Antonia

Wilderness International Kanadareise 2014


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