Der Weg ins Toba Valley

WIAdmin, 5. Juli 2016

Wilderness International Kanadareise 2014

Hej!

Ziemlich früh heute Morgen haben wir die liebgewonnenen und weichen Betten der Strathcona Lodge hinter uns gelassen, um zum Toba Valley zu fahren. Zumindest war das der Plan, bis wir merkten, oder viel mehr Kai, dass kein Bus kommt. Während wir Botschafter erst einmal gefrühstückt haben, wurde ein Ersatzbus organisiert. Zusätzlich ist David mit seinem Tranporter gefahren. Nach einem recht holprigen Start sind wir alle wiedererwartend pünktlich am Dock gewesen und an Bord eines kleinen Schiffes gegangen. Außer Kai, David und Tobi, die drei sind mit einem Schnellboot hinterhergedüst. Allerdings konnte Kai den widrigen Bedingungen nicht vollständig trotzen und ist nach circa einer halben Stunde zum Rest der Gruppe in das überdachte Boot gestiegen, es hatte zwischenzeitlich angefangen zu regnen.
Wir sind also eine Weile über den Ozean, vorbei an vielen kleinen, bewaldeten Inseln geschippert und hatten eine relativ entspannte Zeit. Plötzlich hielt das Boot an. Unser Kapitän zeigte in Richtung des nächstgelegene Ufers und meinte: „There is a grizzly!“. Wir starrten ungläubig in die Richtung, in die er zeigte und konnten bis auf Steine nichts erkennen. Seiner Sache sicher fuhr er immer näher an das besagt Ufer heran und plötzlich konnte ich ihn sehen: den sagenumwobenen Grizzly. Er war noch recht jung und nicht sehr scheu, also beobachteten wir ihn ungefähr 20 Minuten, bis uns das Schlauchboot eingeholt hatte. Nach einem weiteren Stück Weg kamen wir am frühen Nachmittag am Toba Inlet an und gingen von Bord auf eine provisorische Zwischenstation. Ab hier ging es nur noch mit dem kleinen Boot weiter.
Da wir nicht vorhatten, auf den Felsen viel Zeit zu verbringen, tankten wir ein wenig Sonne und entspannten uns, während David und Kai die ersten Gepäckstücke mit Ronny den Fluss aufwärts auf eine Sandbank brachten, die als Nachtlager vorgesehen war. Richtig: war. Der Großteil sitzt nämlich noch hier mit mir in dem oben angesprochenen Zwischenlager fest. Nach der ersten Tour konnten noch Caro, Jette und Henri nach oben gebracht werden. Danach kam die Flut, ein wenig Wind und die damit verbundenen Wellen, sodass kein Transport mehr möglich war. Nur Henri und David kamen nochmal zu uns, um Essen und Schlafequipment für die Pioniere im Toba zu holen. Wir begannen nach ihrem Ablegen, uns auf die Nacht vorzubereiten, Planen und Zelte anzuspannen, Essen und Feuer zu machen und alle geruchsintensiven Sachen bärensicher zu verstauen.
In der Gruppe herrschen gemischte Gefühle im Hinblick auf diese Nacht. Entdeckerfreude, Respekt, vielleicht ein bisschen Angst. Ich würde sehr gerne wissen, wie es den Anderen ergeht und noch etwas über oder von ihnen schreiben, aber wir haben momentan kein Kontakt. Sicherlich werden sie uns morgen von ihren heroischen Abendteuern berichten…
Liebe Grüße und bis bald,
Clara

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