Jugend in Aktion – Unterstützung für unsere Spendenkampagne

WIAdmin, 1. April 2016

2008 Conservation Expedition

Seit drei Monaten bin ich nun schon in der Westarktis; habe mich an die eisige Kälte gewöhnt und die Rückkehr der Sonne zu schätzen gelernt, genieße die Warmherzigkeit der Gwich’in und erlebe, wie ihr traditionelle Lebensweise sie durch den rauen Alltag des Nordens bringt. An abgelegenen Orten wie diesem, wo alles im Laden eine lange und unsichere Reise hinter sich hat, kann man ohne die doch so reiche natürliche Umgebung kein Gefühl der Unabhängigkeit und Existenzsicherheit haben. Das Wasser, die Medizin, sowie die gesamte physische, kulturelle und spirituelle Existenzsicherheit kommen aus der Umgebung. Und die erstreckt sich bis zur Peel River Watershed, eines der letzten Wildnisgebiete dieser Erde.

Nur drei Monate, und doch habe ich auch schon erlebt, wie dröge das Leben an einem abgelegenen Ort wie diesem sein kann, vor allem während des langen, kalten und dunklen Winters. Ich habe mitbekommen, wie leicht es ist, Motivation und Perspektive im Leben zu verlieren und Verführungen vermeintlich spaßiger Aktivitäten zu verfallen, die einen runterbringen. Das einzige, was mich immer wieder auf den richtigen Weg gebracht hat war, die traditionelle Lebensweise kennenzulernen, die so tief mit der Natur verbunden ist, mit dem Überleben, aber viel wichtiger noch, mit einer blühenden, reichen Kultur, voll von Dankbarkeit, Freude und Liebe ungeachtet aller Strapazen. Und die Vision, Jugendliche hier und draußen in der Welt mit unserem Projekt zu inspirieren, diese unsere Wurzeln zu entdecken und die Kraft, die sie besitzen, ihnen eine Perspektive zu geben und die einzigartige Chance, tatsächlich etwas zu bewegen. Nicht nur zu lernen und zu reden, aber endlich ein Ziel vor Augen zu haben und etwas für das Recht auf ihr Land, ihre Kultur und Zukunft zu tun.

Unser Projekt bringt Gwich’in und deutsche Jugendlich zusammen, um für den Schutz von Wildnisgebieten überall auf der Erde aktiv zu werden. Bei Reise und Kulturaustausch in Deutschland und in der Peel Watershed Wildnis werden wir lernen, erleben und in großem Stile mediale Aufmerksamkeit erregen.

Für fünf Monate habe ich mit Freuden so ziemlich mein ganzes Leben dem Projekt gewidmet. Ich habe meine Freunde und Familie zu Hause zurückgelassen um, 6500km entfernt von allem was mir gewohnt und vertraut ist, die Gwich’in und ihren Lebensstil im Norden besser kennenzulernen, um sie besser zu verstehen und zu helfen, dieses wundervolle Projekt in die Tat umzusetzen. Obwohl dieses Projekt zunächst weit entfernt von allem war, was mir angenehm erschien, empfinde ich nichts als Dankbarkeit dafür, dass ich diese einzigartige Herausforderung und Chance annehmen durfte. Das einzige was ich bereuen würde, wäre, wenn dieses Projekt aus finanziellen Gründen nicht verwirklich werden könnte. Es gibt vieles, wofür wir unsere Jugendlichen heutzutage kritisieren und was wir von ihnen erwarten. Hier ist die Chance, einige dieser Wünsche in die Tat umzusetzen und Jugendlichen Handlungsmöglichkeiten zu geben! Daher bitte ich herzlich, dieses Projekt zu unterstützen – jeder Beitrag, egal welcher Höhe, hilft. Vielen Dank!


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