Auf Wiedersehen, Kanada!

Wildblog Team, 29. Juli 2014

Pascale

 

Der Tag fängt früh an – Um 0:00 singen wir alle „Viel Glück und viel Segen“ für Jette, die heute ihren 18. Geburtstag feiert. Mit Kuchen und Donuts sitzen wir bis spät in die Nacht (früh in den Morgen?) im Park und lassen unseren letzten gemeinsamen Abend ausklingen. Wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man sie genießt und mit Freunden teilt. Nichtsdestotrotz müssen wir ins Bett, denn wir müssen früh aufstehen, um rechtzeitig am Flughafen zu sein.

Im Gegensatz zum Schlaf kommt das Frühstück nicht zu kurz: Bei unserem letzten richtigen gemeinsamen Essen gibt es Pancakes und Bagels. Noch etwas, weswegen  ich Kanada vermissen werde. Doch auch dieser Morgen vergeht wie im Flug und auf einmal ist alles gepackt und wir sitzen zum letzen Mal in einem geschlossenen Kreis auf dem Gras, um eine Feedback-Runde zu machen. Was war super, was werden wir mitnehmen, was hat uns gestunken und was ist zu kurz gekommen. Die guten Sachen sind deutlich schwieriger aufzuzählen, weil es davon einfach viel zu viele gab. Jeder bekommt die Chance, so viel oder so wenig zu sagen wie er möchte und das Gesagte wird wie immer herzlich entgegen genommen, ob gute oder schlechte Kritik. Dabei überwiegt die gute Kritik, denn alle finden, dass unsere Gruppe einfach funktioniert hat.

Zum Abschluss stimmen Kathi und Bernd den Irischen Segen an. Ich habe das gemeinsame Singen schon immer geliebt und merke, wie ich bei dem Gedanken daran, dass wir jetzt nicht mehr jeden Tag zusammen Melodien teilen werden, leichte Gänsehaut bekomme.

Sobald wir am Flughafen sind heißt es auch schon Abschied von Kathi und Bernd nehmen. Mit ihnen hätte ich lieber noch mehr Zeit verbracht, genau wie viele der anderen auch, aber wir müssen zum Check-In. Zum Glück sehen wir uns beim Nachbereitungswochenende wieder!

Aber es bleibt gar nicht so viel Zeit um traurig zu sein, denn die Schlange am Check-In ist ewig lang und wir beschließen, eine Küche auf Rädern einzurichten. Ja, richtig gehört! Alle Bagels und Beläge werden heraus geholt und auf einem Wagen ausgebreitet, so dass sich jeder etwas nehmen kann, wir aber trotzdem in der Schlange bleiben. Eine typische WSKK 2014 Idee: spontan, leicht verrückt, aber wahnsinnig praktisch!

Beim Check-In und Boarding passiert nichts wirklich Interessantes mehr… Normale Flughafenroutine, gemischt mit dem Wissen, dass wir innerhalb der nächsten 24 Stunden wieder alle getrennte Wege gehen werden. Das verdirbt uns den Spaß aber noch lange nicht und ich muss immer wieder über die Witze der anderen lachen.

Im Flugzeug stelle ich glücklich fest, dass mich diesmal nur Felix vom Fenster trennt und ich somit alles sehen kann! Und dann heißt es auch schon: Auf Wiedersehen Kanada! Wir heben ab und beim Anblick der schneebedeckten Berge kann ich nur staunen. Sie werden immer kleiner bis sie nach geraumer Zeit unter den Wolken verschwinden.

Ich vervollständige mein Tagebuch, sehe Hannes beim Fotos Aussortieren über die Schulter und verliere mich mal wieder in Gedanken über das Prinzip der Zeit. Ich weiß im Flugzeug nicht, wann der nächste Tag anfängt oder wie spät es gerade ist und das fasziniert mich.

Als ich das nächste Mal Land unter dem Flieger sehe, ist es eine flache, grüne Landschaft. Wir sind über den Niederlanden. Island und Grönland habe ich leider verschlafen, vielleicht wäre mir der Kontrast zu den hohen Bergen Kanadas sonst nicht ganz so extrem vorgekommen. Die Landung in Frankfurt erfolgt reibungslos. Natürlich hätte ich gerne noch mehr Zeit in Kanada verbracht, aber ich bin auch froh, wieder zu Hause zu sein.

Als wir uns am Bahnsteig alle ein letztes Mal in den Arm nehmen wissen wir, dass dies noch lange nicht das Ende ist. Zwar ist die Reise jetzt vorbei, aber unser Engagement und unsere Freundschaften haben gerade erst begonnen und ich weiß, dass ich alles tun will, um diese aufrecht zu erhalten.

Danke Wilderness International, für eine wundervolle Expedition 2014


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