Ein Totempfahl für Köln – es wird bunt!

Ellen Weiland, 12. September 2013

„Oh, da ist ja sogar schon Farbe dran! “ Mindestens genauso überrascht wie viele unserer Besucher war ich auch, als Uncle Harold mir Pinsel und Farbe in die Hand drückte und mir erklärte, welchen Teil des Donnervogels ich in welcher Farbe anmalen sollte. Schließlich ist der Pfahl noch nicht einmal fertig geschnitzt! Doch dann erklärte Uncle Harold, dass es für die beiden Schnitzer üblich sei, fertige Stellen bereits zu färben. „Und warum?“, habe ich ihn gefragt. Er meinte, die Farbe würde ihnen einen Eindruck von dem fertigen Totempfahl geben und ihnen somit erlauben, die Natur des Totempfahls besser zu erkennen.

Traditionell verwenden die Cowichan Indianer vor allem die Farben Rot, Schwarz und Weiß. Diese wurden früher, als es noch keine Acrylfarbe und Ähnliches gab, aus verschiedenfarbigen Lehmen vermengt mit z.B. roten Beeren oder schwarzer Asche und Bärenfett hergestellt. Überzogen mit Robbenfett waren diese sogar wetterbeständig!
Auf dem Kölner Totempfahl sind nun außer Rot und Schwarz auch noch Gelb und Grün zu entdecken. Diese Farben traten später auch traditionell bei den Cowichan Tribes auf.

Die Farben haben dabei, genau wie die dargestellten Tiere, eine bestimmte Bedeutung für die Cowichans. Rot symbolisiert den Tag, Schwarz die Nacht oder auch Schutz und Stärke. Grün steht für Mutter Erde und wird hauptsächlich für die Augen der Tiere verwendet. Gelb ist vor allem an den Schnäbeln der Adler und Donnervögel zu finden und zeigt deren Funktion als Mittler zwischen Himmel und Erde.

Claudia Brandt

Fotos: (c) Sami Fayed


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