Zurück in Deutschland

Reinhard Mink, 17. August 2012

Seit drei Tagen wieder zurück in der Heimat, hallen die Eindrücke und Gedanken dieser Expedition noch immer nach. Viele Facetten und Bereiche – sozialer, kultureller und wissenschaftlicher Art – wirkten in den fast sechs Wochen auf mich ein. Und immer wieder grandiose Naturerlebnisse! Dazu aber auch negative Kontraste, wie die kahl geschlagenen Waldflächen, die in ihrer Vielzahl aus der Luft wie eine Hautkrankheit von Mutter Erde wirkten.

Eine Aufgabe von mir sollte darin bestehen, herauszufinden und darzustellen, wie die Ökosysteme Meer und Wald zusammenspielen. Ehrlich gesagt hatte ich schon die Befürchtung, dass dies schwer werden könnte. Doch es war so einfach! An jeder Ecke waren die Links zu finden, die diese Systeme miteinander verbinden. Teils durch fundierte wissenschaftliche Arbeit im Bamfield Marine Science Center oder in Gesprächen mit Leuten wie Peter Mieras. Teils aber auch durch genaues Hinsehen und Hören.

Daneben gab es die beeindruckende Kultur der First Nations, mit ihrem Wissen über die Natur und den Werten, die sie hochhalten. Ist “daneben” hier der richtige Ausdruck?  Wirken nicht auch die Werte, nach denen wir leben, auf alle Ökosysteme unseres Planeten ein ?

Mit Sicherheit: Ja !

Noch nie hatte ich die Möglichkeit, mir das so offensichtlich vor Augen zu führen! Wie das Leben vom Dach der Wälder sich bis in die dunklen Tiefen unserer Weltmeere in einem großen ganzheitlichen System fortsetzt und gegenseitig trägt und immer wieder aufs neue gegenseitig beeinflusst. Wie die Bewahrung natürlicher Lebensräume in den Regenwäldern Kanadas auch automatisch den Lebensraum Meer positiv beeinflusst. Fehlende Waldflächen binden weniger CO2,  tragen Sedimente ins Meer und machen es sauer.

Zerstörte Lebensräume für Jungtiere machen es artenärmer. Dadurch bedingte Klimaveränderungen lassen Flüsse austrocknen oder machen sie zu Sturzfluten. Dieses System zu bewahren, wird nicht gelingen, wenn Werte und Gesellschaften “daneben” existieren. Nur wenn sie uns mit dem Kreislauf des Lebens und dessen Regeln verbinden, macht es einen Sinn.

Die Vertreter der First Nations waren dafür wundervolle Botschafter! Die Jugendlichen der Schülerexpedition waren die wundervollen Funken der Hoffnung, diese Botschaft in die Welt hinauszutragen. Es war toll, auf solche jungen Menschen zu treffen !

Bang a drum, bang it loudly !


Comments

ellen weiland, 19. August 19:03 Uhr

Besser kann man es nicht sagen! Danke!

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